Karl Josef Kassing - Schriftsteller

Zum 85. Geburtstag

Der Schriftsteller Karl Josef Kassing

(Versuch eines Selbstportraits im Juni 2021)

Fünfundachtzig Jahre alt soll der Mann jetzt sein? Wer‘s glaubt!
Er lebt zurückgezogen wie ein Eremit in der Südstadt von Köln. Das hindert ihn aber nicht daran, seine Gesammelten Werke unters Volk zu bringen. Wozu hat er schließlich sein ganzes Leben lang geschrieben!
Wenn er sich dabei wenigstens beschränkt hätte. Aber nein, er galoppiert auf dem Pegasus querbeet durch alle Schubladen. Mal ernst, mal heiter, mal weltlich, mal religiös. Mal episch, mal lyrisch, mal dramatisch, mal auch nichtfiktional. Wie soll man sich da noch auskennen!
Beim Erzählen zeigt er auch ein Faible für altväterliche Formen. So schreibt er Märchen und Verserzählungen. Offenbar bildet er sich ein, was unzeitgemäß ist, ist zeitlos gültig. Wenn er sich darin nicht irrt!

Zugegeben, er gibt sich Mühe beim Schreiben. Er ist von der fixen Idee besessen, sich so direkt und einfach wie möglich auszudrücken. Er will nämlich auch selbst verstehen, was er schreibt. Na denn viel Erfolg ...!
Auffallend ist auch seine Neigung zur Kürze. „Meister der Miniatur“ hat ihn mal jemand genannt. Das schmeichelt ihm natürlich. Die Folge: Seine Bücher sind so dünn wie er selbst. Oder schafft er es nur nicht, dicke Bücher zu schreiben?

Sein Logo sagt viel über ihn: Sisyphus wuchtet den Felsbrocken mit dem Kopf den Berg hinauf. Auf jedem Cover immer wieder neu. Offenbar hat der Mann noch Illusionen!

Der Autor scheint auch ein Naturfreund zu sein. Aber was für kuriose Blüten treibt seine Naturliebe! So erzählt er von einem Lateinlehrer namens Karl, der einem Maulwurf namens Otto Latein beibringen will. Oder er erklärt, warum man ein Nilpferd nie auf einem Tanzturnier sieht. Ja wen interessiert denn so was?

Und fromm gibt er sich auch. Jetzt hat er sich gerade rund 200 Seiten zum Markus-Evangelium abgequält. Als ob da nicht schon Klügere alles gesagt hätten! Aber nein, er meint, er hat noch Neues entdeckt. Ähnlich im Buch über Maria, die Mutter Jesu. Das soll diesen Herbst erscheinen.

Und fortschrittlich will er auch noch sein. So legt er sich ins Zeug dafür, dass Frauen in der katholischen Kirche die gleichen Rechte wie Männer bekommen. Ja muss das denn sein? Sie dürfen doch eh schon mitbeten und mitsingen!

Also jetzt mal ehrlich und ganz unter uns: Ich bin mit dem Autor ja entfernt identisch. Aber eigentlich kann ich Ihnen zusammenfassend nur empfehlen: Lesen Sie seine Sachen, wenn Sie nichts Besseres zu lesen haben!

Mit Dank fürs Zuhören und mit freundlichem Gruß

Karl Josef Kassing

 

Ein Autor in zwei Rollen:

Karl Josef Kassing verfasst Erzählungen und Gedichte, mal nachdenklich und ernst, mal heiter oder satirisch. Und er beschäftigt sich mit religiösen Themen, wobei er herauszufinden sucht, was er glauben darf und was er nicht zu glauben braucht.

Das Weltkind und der Theologe verstehen sich ganz gut, wenn auch der eine schon mal den Kopf schüttelt über das, was der andere schreibt. Nicht selten arbeiten beide sogar gemeinsam an einem Manuskript.


Veröffentlichte Bücher:

2021 / 2020 / 2019 / 2018 / 2017 / 2016




Publikationsliste

Folgende Bücher sind derzeit vergriffen und werden im Zuge der Gesamtausgabe vom Autor Karl Josef Kassing bearbeitet und vom Fohrmann Verlag neu herausgegeben:

2001 Mirjam, die Mutter Jeschuas. Erzählung mit theologischem Anhang
1991 Balladen von der Erft
1989 Versuch über Wellen zu gehen: Gebete für Kleingläubige
1977 Gedicht auf Rädern
1977 Wunderland: Heitere und ernste Geschichten