Karl Josef Kassing - Schriftsteller

Rundbrief Nr. 35, Herbst 2026                             


Wöff wöff!

Richtig, Ich bin der Fuchs. Der Olle, der sich immer mal in Meinem Garten zu schaffen macht, hat Mir erzählt, dass er euch von Mir erzählt hat. Dann wisst ihr auch, dass Ich ihm schon ein paar Mal Eier in den Garten transportiert habe, vom Volksgarten und dem Weiher aus. Das ist ziemlich mühsam, kann Ich euch sagen. Aber warum Ich das tue, kapiert er offenbar nicht. Der ist ja sowas von begriffsstutzig! Und warum tue Ich das? Um ihn auf die Idee zu bringen, wie schön es doch ist, wenn er im Garten auch Eier findet. Natürlich keine angebrüteten Enten- oder Gänseeier, sondern frische Eier von wohlgenährten, leckeren Hühnern! Und wie kommt er dazu? Ganz einfach, indem er im Garten Hühner hält! Aber, und das ist ganz wichtig, unbedingt freilaufend, nur freilaufende Hühner sind glückliche Hühner! Und das ist jetzt Meine Bitte an euch: Ratet ihm, nein drängt ihn, den Garten mit Hühnern zu beleben. Aber, Ich wiederhole bewusst, unbedingt mit freilaufenden. Ich verlasse Mich auf euch!
Wöff wöff, wöff!

Ich denke, dazu ist jeder Kommentar meinerseits überflüssig. Aber notwendig ist eine Erklärung zu dem im Flyer vorgestellten neuen Buch ‚Noomi und Rut‘. Im letzten Rundbrief hatte ich als nächstes Buch ‚Kaleidoskop‘ angekündigt. Aber die beiden Titel-Damen haben sich einfach vorgedrängt. Auch in ihrer Geschichte, obwohl die dem Alten Testament entnommen ist,  gehen sie ja nicht gerade zimperlich zu Werk. ‚Kaleidoskop‘ erscheint nun als nächstes Buch im Frühjahr.

Und was macht der Garten? Die Hitze und Trockenheit habt Ihr sicher auch selber mitbekommen. Die Folge: Vieles, was im Frühsommer hätte blühen sollen, zog es vor zu vertrocknen, selbst Lilien, die doch Sonnenkinder sind, standfeste Margeriten, mannhafte Gladiolen oder Astilben im Schatten. Dafür blühten auf dem völlig verdorrten Rasen weiße Schafgarbe und gelbes Johanniskraut, früher als Unkraut bekämpft, jetzt als Gartenwildkraut willkommen! Wenn eine solche Trockenheit die Regel wird, muss ich den Garten ganz neu denken. Falls ich nicht selber vorher vertrockne! Im Ernst, ärztlicherseits wurde mir schon mehrfach erklärt, ich trinke zu wenig. Immer noch besser, als wenn ich zu hören bekäme, ich trinke zu viel! Meint Ihr nicht auch? Wer mein Buch über die Sprache gelesen hat, kennt diesen Scherz schon.

Und wie fühlt man sich mit 90? Also ehrlich, nicht anders als mit 89. Einige von Euch haben mir via Post zum Geburtstag gratuliert, herzlichen Dank! Ich freue mich über jede Zuschrift, zumal meine Schwerhörigkeit keine Telefonate mehr zulässt. Da ich das Datum Eures Geburtstages nicht kenne, gratuliere ich jetzt Euch allen ganz herzlich im Voraus. Denkt bitte daran, wenn es soweit ist!

That’s that!, wie die alten Römer zu sagen pflegten. Bis zum nächsten Rundbrief-Schwätzchen mit herzlichem Gruß und guten Wünschen

Karl Josef Kassing